Sermons  Pulpit Series Newsletters   Zum Antichristen abfallen! by David Wilkerson

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Der Apostel Paulus spricht von zwei fürchterlichen Dingen, die die Kirche gerade vor Jesu Wiederkehr heimsuchen werden. In der Tat, der Herr wird nicht zurückkommen, bis diese beiden furchtbaren Dinge geschehen. Und ich möchte Ihnen zeigen, dass beide Dinge gerade jetzt stattfinden – vor unseren eigenen Augen!

Erstens sagt uns Paulus, dass in den letzten Tagen ein großes Abfallen da sein wird. Und zweitens warnt er davor, dass ein übler Geist des Antichristen viele Gläubige übernehmen wird, die sich zur Seite wenden!

Natürlich, schon jahrelang hat die Kirche über den kommenden Antichristen gepredigt und gelehrt. Wir haben das Erscheinen des Menschen der Sünde erwartet, des Sohnes des Verderbens. Einige spekulieren, dass er in unserer Zeit offenbar werden wird – dass er tatsächlich schon geboren wurde und irgendwo auf der Erde lebt.

Ist da solch ein Mann? Ja, ich glaube da ist einer – und er ist total von Satan besessen. Doch wenn er erscheint, wird er gut aufgenommen werden. Er wird die Ergebenheit aller Menschen fordern – und sich selbst als Gott vor der Welt einsetzen!

Der einzige Grund, aus dem der Antichrist noch nicht offenbart worden ist, ist, weil die Zeit noch nicht gekommen ist. Aber eines Tages wird der Heilige Geist Seine zurückhaltende Hand abheben, und der Mensch der Sünde wird in seiner ganzen Kraft offenbart werden. Die Bibel versichert uns jedoch, dass, wenn die Zeit dieses üblen Menschen zu Ende ist, er von Gott verzehrt werden wird: „... den der Herr mit dem Geist aus seinem Mund verzehren wird, und zerstören wird durch den Glanz seiner Ankunft“ (2. Thessalonicher 2,8; a. d. englischen King James Version).

Wir haben einen Retter, der jetzt gerade als Mensch in Herrlichkeit existiert. Er ist eine lebende Person – mit Fleisch, Knochen, Haaren, Augen – obwohl Er Gott ist. Und obwohl wir hier auf der Erde sind, wohnt Sein Geist in uns:

„Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater!“ (Galater 4,6).

Doch da ist ein anderer Geist in der Welt am Werk – der antichristliche Geist. Genauso sicher wie Christus uns Seinen Geist gegeben hat, ist da ein antichristlicher Geist, der viele apostatische Christen besitzt. Und jener Geist ist in der Welt am Werk – bereitet die Herzen auf das Kommen des Menschen der Sünde vor!

„... dies ist der <Geist> des Antichristen, von dem ihr gehört habt, dass er komme, und jetzt ist er schon in der Welt“ (1. Johannes 4,3). Johannes sagt dabei hier: „Ihr habt vom Kommen des Antichristen gehört. Es wurde gepredigt und gelehrt und ihr erwartet seine Ankunft. Aber Geliebte, wacht auf – weil der Geist des Antichristen schon am Werk ist!“

Sie müssen verstehen – der Antichrist wird nicht plötzlich auf dem Schauplatz erscheinen und die Menschheit überwältigen. Vielmehr ist sein Geist jetzt geheimnisvoll am Werk und errichtet sein Königreich in kalten, Kompromisse machenden Herzen. Und wenn der Mensch der Sünde schließlich erscheint, wird er öffentlich einer Welt präsentiert werden, die schon auf ihn vorbereitet ist – den Herzen, die sein Geist schon besitzt!

Gerade jetzt sehen wir eine wachsende antichristliche Empfindung und ein wachsendes antichristliches Verhalten. Doch bald wird sich dies in einen fließenden Strom und schließlich in einen weiten Ozean verwandeln. Und wenn der Antichrist schließlich erscheint, werden ihn sogar viele ehemalige Christen willkommen heißen – weil ihr Herz aus einem verwandten Geist sein wird!

Paulus warnte davor. Er sagte, dass in den letzten Tagen falsche Propheten in die Kirche infiltrieren und ein anderes Evangelium und einen anderen Jesus predigen würden. Viele solche falsche Propheten sind bereits aufgetreten, das Evangelium des Antichristen predigend: „Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur <offenbart es sich nicht>, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist“ (2. Thessalonicher 2,7).

Der antichristliche Geist fällt sogar jetzt in die Herzen vieler apostatischer Christen ein. Sie sind völlig vom Übel besessen. „Aber wie?“, fragen Sie. „Warum sollten gewisse apostatische Christen sich jemals dem Antichristen zuwenden?“

Deshalb, weil sie ihm ähnlich gesinnt sind! Johannes schreibt:

„Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt ...

Kinder, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen aufgetreten; daher wissen wir, dass es die letzte Stunde ist“ (1. Johannes 2,15-18).

Johannes warnt uns davor, dass jene, die immer noch die Dinge dieser Welt lieben, sich dem Geist des Antichristen geöffnet haben. Er sagt dabei: „Ihr wisst, dass dies die letzten Tage sind – weil so viele voll des begierigen antichristlichen Geistes sind!“

„Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet“ (2,22). Der Apostel fügt hinzu: „Wenn du dich nicht unter die totale Herrschaft Jesu kommst – wenn du Ihm nicht auf allen deinen Wegen erkennst – dann hast du dich diesem Geist des Übels geöffnet!“

Geliebte, wenn Sie Jesus nur zu 50 Prozent dienen – oder sogar zu 90 Prozent – dann verleugnen Sie damit Seine vollständige Rettung. Sie dienen Ihm nicht mit Ihrem ganzem Herzen, Sinn, ihrer Seele und Ihrem Körper. Und Sie haben ein Einfallstor für den antichristlichen Geist geöffnet, durch das er hereinkommt!

Es ist nicht genug, zu sagen: „Ich glaube, dass Jesus Gott im Fleisch war.“ Vielmehr müssen wir sagen: „Jesus, Du bist Gott im Fleisch in mir. Du hast alle Kraft und Autorität über Lust und Sünde. Und ich gebe mich Dir völlig hin!“

„... der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung <ist>“ (2. Thessalonicher 2,4).

Der Geist des Antichristen ist allen entgegengesetzt, die eng mit Gott wandeln. Er geht wahren Anbetern nach – weil er ihre Anbetung für sich selbst will!

Satan möchte nichts mehr, als reine Anbetung zu zerstören. Er möchte Gott jeden Lobpreises berauben! Und wenn Sie in Intimität mit Jesus leben, wird der antichristliche Geist mit allem, was er hat, gegen Sie vorgehen. Er wird Sie mit Furcht, Zweifel, Lust attackieren – mit allem, was ihm ein Einfallstor in Ihre Anbetung verschafft.

Doch sein Geist der Gesetzlosigkeit wird vom Heiligen Geist gerade zurückgehalten:

„Und jetzt wisst ihr, was zurückhält, damit er zu seiner Zeit offenbart wird“ (2,6).

Es ist die Kraft des Geistes Gottes in Seiner Kirche – das heißt, in Ihnen und mir – die Satans Anarchie zurückhält. In der Tat, falls Gott Seinen Geist von feurigen Kirchen und gottgefälligen Gläubigen wegheben sollte, wäre unsere Nation eine tobende Hölle.

Doch sorglose, faule Christen – jene die ihre Sünde niemals aufgegeben haben, die immer noch in die Dinge dieser Welt vertieft sind –, werden in diesen letzten Tagen nicht in der Lage sein, bestehen zu können. Sie werden vom Übel übernommen werden!

Der Apostel Petrus schreibt:

„Diese sind Brunnen ohne Wasser und Nebel, vom Sturmwind getrieben; und ihnen ist das Dunkel der Finsternis aufbewahrt ... Denn wenn sie den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus entflohen sind, aber wieder in diese verwickelt und überwältigt werden, so ist für sie das Letzte schlimmer geworden als das Erste.

Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als sich, nachdem sie <ihn> erkannt haben, wieder abzuwenden von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot. Es ist ihnen aber nach dem wahren Sprichwort ergangen: Der Hund kehrt wieder um zu seinem eigenen Gespei, und: Die gewaschene Sau zum Wälzen im Kot“ (2. Petrus 2,17.20-22).

Die Menschen, die Petrus hier beschreibt, beanspruchten gerettet zu sein. Sie waren einmal den Befleckungen der Welt entkommen, erlöst durch die Kraft Gottes. Sie hatten den Weg der Gerechtigkeit kennengelernt. Und doch ließen sie sich wieder in Sünde verwickeln. Sie wurden vom Geist des Antichristen überwunden!

Petrus konnte dabei nicht von Ungläubigen gesprochen haben. Schließlich haben die Nichtgeretteten keinen Glauben, um von ihm abzufallen. Vielmehr haben jene, die fallen, etwas, um davon abzufallen. Petrus redet über apostatische Christen.

Doch solche halbherzige Gläubige tun mehr, als vom Herrn abzufallen. Sie fallen auch in etwas hinein – in die Hände des antichristlichen Geistes! Petrus sagt, dass solche Menschen „... überwältigt ...“ worden sind (2,21).

Der Apostel Paulus gibt eine erstaunliche Erklärung ab. Er sagt, dass der antichristliche Geist sogar jetzt seinen Platz im Tempel eingenommen hat:

„so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei“ (2. Thessalonicher 2,4).

Geliebte, es ist Zeit aufzuhören, nach Jerusalem zu schauen – zum Wiederaufbau des Tempels – weil der Geist des Antichristen schon seinen Thron besteigt!

„Was?“, fragen Sie. „Was ist dieser Tempel, wo der antichristliche Geist jetzt sitzt und seine Kraft und Regentschaft zeigt?“

Es ist der Tempel des Herzens der Leute!

„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1. Korinther 3,16).

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ (6,19). „... Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie Gott gesagt hat: »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein«“ (2. Korinther 6,16).

Ja, wir sind Gottes Tempel. Aber bei einigen ist ein anderer Geist in diesen Tempel eingefallen. Der Geist Gottes ist gegangen – und Lust, Stolz, Begierde und Verleumdung regieren an höchster Stelle. Da ist nicht mehr irgendetwas Reines, Heiliges oder Göttliches. Ein geheimnisvoller Geist der Gesetzlosigkeit hat die Kontrolle!

Wie konnte solch eine schreckliche, fürchterliche Sache geschehen? Der lebendige Gott besaß einmal diesen Tempel, darin herrschend und regierend. Er war dort einmal inthronisiert.

Geliebte, das geschieht, weil so viele Christen sorglos geworden sind. Sie wandeln nicht mehr in Gerechtigkeit und Heiligkeit. Und sie landen dabei, dem antichristlichen Geist ein Einfallstor zu schaffen. Nun sitzt er im Tempel ihres Herzens – erweist sich selbst als die absolute Kontrolle habend!

Jede Person, die diese Botschaft liest, hat einen Christus auf dem Thron ihres Herzens – entweder den Geist des Christus oder den Geist des Antichristen.

Ich total überzeugt, dass das effektivste Mittel des antichristlichen Geistes, um Herzen vorzubereiten, das Kabelfernsehen und schmutzige Filme sind. Er weiß, dass das Auge der Zugang zum Herzen ist. Und er marschiert geradewegs durch die verdorbenen, abgestumpften Augen eines Christen und übernimmt den Thron seines Herzens!

Das ist es, warum der Geist des Antichristen die Kontrolle über die säkularen Medien übernommen hat – TV-Netzwerke, Filmproduktion, Broadwaytheater, die Presse. Wer außer dem antichristlichen Geist könnte die Medien so beeinflussen, dass Abtreibung jetzt als Recht, anstatt vielmehr als Sünde betrachtet wird? Wer außer diesem Geist könnt Euthanasie rechtfertigen, das Töten älterer oder gebrechlicher Menschen?

Wer außer dem Geist des Antichristen könnte sich durch böse Filme und widerwärtige Fernsehprogramme über alles mokieren, was geweiht und heilig ist?

Der Geist der Gesetzlosigkeit wird dreister und dreister, und unsere Gesellschaft steht am Rande dessen, eine tobende Hölle zu werden! Der antichristliche Geist durchdringt jetzt unsere Schulen, unsere Gerichtshöfe, unsere Straßen, unsere Geschäfte, sogar unser Zuhause. Und traurigerweise zieht dieses Übel schnell in die Kirche ein.

Ich glaube, der Geist des Antichristen etabliert überall in den Vereinigten Staaten Kirchen. Dieser Geist ist die treibende Kraft hinter „freundlich für Außenstehe“. Wer außer dem antichristlichen Geist würde nach den Gottlosen rufen, um die geistliche Tagesordnung festzulegen – wobei sie Kirchengründer von Tür zu Tür schicken und die Leute befragen: „Was würden Sie bevorzugen, wie die Kirche sein sollte? Wir möchten sie so zuschneiden, dass Sie kommen werden.“

Diese Megakirchen werden auf Sketche und Dramen aufgebaut, weil die Leute keinen Tadel hören wollen. Sie wollen keine Überführung – also hören sie ein Evangelium, das bar der Buße, des Gerichts, des Kreuzes ist. Ihnen wird alles über Gottes Gnade und Barmherzigkeit gesagt, wie mit Problemen fertig zu werden ist – aber nichts über Gottes Gericht und Hölle. Sie werden in ihrem sündigen Lebensstil in Schlaf gelullt.

Ich frage Sie: Was würde geschehen, wenn ich auf die Straßen ginge, all die Kids, die die Schule schwänzen, um mich versammeln würde und fragte: „Welche Art Schule würdet ihr mögen? Ich werde eine Schule bauen, die euch Spaß macht, sodass ihr kommen wollt.“

Jene Kids würden sagen: „Wir wollen eine Schule, die nur drei Tage pro Woche dauert – und nur zwei Stunden am Tag! Wir wollen keine Algebra, keine Analysis und keine Naturwissenschaften. Und wir wollen Mittagessen von zwölf bis zwei, mit nichts außer Pizza und Imbiss. Da werden keine Strafpredigten, Regeln oder Zensuren sein. Und es wird uns möglich sein, zu kommen und zu gehen, wie es uns gefällt.“

Wenn ich das durchziehen würde, hätte ich die größte Schule in New York mit sämtlichen Aussteigern in Sichtweite. Aber was würde mit diesen Kindern zehn Jahre später geschehen, ohne irgendeine reale Vorbereitung auf das Leben?

Das ist es, was sich Prediger in „freundlich für Außenstehende“-Kirchen selbst fragen sollten! Was werden sie tun, wenn sie vor Gottes heiligem Thron stehen und hilflos zuschauen müssen, wie eines nach dem anderen ihrer Schafe verurteilt wird, weil man sie niemals wegen ihren Sünden konfrontiert hat? Ihre Leute hörten niemals ein Wort des Tadels, das sie zu wahrer Gerechtigkeit führen würde. Es war da keine überführende Botschaft, um die Menschen aus ihren Sünden herauszuschütteln und sie darauf vorzubereiten, sich dem Richterstuhl Christi gegenüberzusehen.

Das ist exakt das, wovor die Bibel warnt – vor Kirchen mit einer Form von Gottgefälligkeit, aber ohne Kraft. Ich frage Sie: Wer brachte die Musik der Welt in die Gemeinde? Wer verwandelte die wöchentlichen Gebetstreffen in einen „Unterhaltungsabend“? Wer machte die Christen mehr darum besorgt, ob ihre Mannschaft den Super Bowl gewinnt als darum, dass verlorene, sterbende Menschen gerettet werden? Der Geist des Antichristen erzählt jedem Christen, sie könnten aus zwei Kelchen trinken – dem Kelch des Herrn und dem Kelch der Dämonen!

„<Nein,> sondern dass das, was sie opfern, sie den Dämonen opfern und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft habt mit den Dämonen. Ihr könnt nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilnehmen und am Tisch der Dämonen“ (1. Korinther 10,20-21).

Sie mögen dabei denken: „Das ist wirklich angsteinflößend. Wie gelangt ein Christ an den Punkt, vom Geist des Antichristen überkommen zu werden?“

Es gibt zwei Ursachen, aus denen der Geist des Antichristen einen Christen überkommen kann:

„... sie [haben] die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen“ (2. Thessalonicher 2,10).

Der Geist des Antichristen zieht ein, wenn Gottes Wahrheit nicht mehr geliebt oder sich angeeignet wird: „... alle [werden] gerichtet ... die der Wahrheit nicht geglaubt ... haben“ (2,12).

Der Prophet Jeremia schrieb:

„Durchstreift die Gassen Jerusalems, seht doch und erkundet und sucht auf ihren Plätzen, ob ihr jemanden findet, ob einer da ist, der Recht übt, der Treue sucht: so will ich ihr vergeben!

Und wenn sie sagen: So wahr der HERR lebt!, so schwören sie darum doch falsch. – HERR, sind deine Augen nicht auf die Treue gerichtet? Du hast sie geschlagen, aber es hat sie nicht geschmerzt. Du hast sie aufgerieben, <aber> sie haben sich geweigert, Zucht anzunehmen. Sie haben ihr Gesicht härter gemacht als Fels, sie haben sich geweigert umzukehren“ (Jeremia 5,1-3).

Diese Passage sprich nicht von Heiden, sondern von Israel, Gottes Volk. Gott sagt dabei zu Jeremia: „Geh hin und finde mir nur eine Person, die ein Herz für die Wahrheit hat – irgendeine – und Ich werde ihr vergeben. Aber du wirst keine finden, Jeremia! Diese Leute sagen, sie lieben mich, aber sie nehmen Meine Korrektur nicht an. Sie sind nicht bekümmert, wenn Ich sie tadele. Sie zittern nicht mehr vor Meinem Wort!“

Sie mögen denken: „Ich bin froh, dass ich nicht wie Israel bin. Ich liebe Gottes Wort. Ich habe meine Liebe zur Wahrheit nicht verloren.“ Doch ich dränge Sie, sich selbst zu testen! Lassen Sie mich Ihnen drei Wege angeben, um festzustellen, ob Sie die Liebe zur Wahrheit in Ihrem Herzen haben:

1. Das erste Zeichen für einen Verlust der Liebe zur Wahrheit ist, wenn Sie die Versammlung mit anderen Christen aufgeben.

Wenn es für Sie eine Aufgabe ist, es in die Kirche zu schaffen, dann haben Sie Ihre Liebe für Gottes Wahrheit verloren:

„indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern <einander> ermuntern, und <das> umso mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht!“ (Hebräer 10,25).

Wenn Sie nicht mehr danach trachten, in Gottes Haus mit Seinem Volk zu sein – wenn das Predigen langweilig scheint und der Lobpreis keine Rolle mehr spielt –, dann haben Sie sich dem Geist des Antichristen geöffnet. Und der Herr ermahnt Sie: „Je näher du an Mein Kommen gelangst, um so gefährlicher werden die Zeiten sein. Und umso wichtiger ist es, dich mit Meinem Volk zu versammeln!“

Doch etwas Tragisches ist überall in Amerika und Kanada am Geschehen. Pastoren rufen unseren Dienst an und erzählen: „Wir müssen den Gottesdienst in der Mitte der Woche einstellen, weil sich so wenige blicken lassen. Wir mussten schon aufhören, die Sonntagabend-Treffen abzuhalten, weil die Leute nicht kommen, es sei denn, wir zeigen einen Film oder setzen ein Konzert an. Und die Leute wollen am Sonntagmorgen nicht mehr kommen, wenn sie denken, dass der Gottesdienst länger als eine Stunde dauern wird.“

Wo sind Gottes Kinder, wenn sie sich nicht in des Herrn Haus sind? Sie sind in Restaurants, auf Partys, bei gesellschaftlichen Zusammenkünften oder Sportereignissen. Am meisten von allem sind sie vor ihrem Fernseher geparkt – schauen sich stets zunehmendes Übel an!

2. Ein zweites Zeichen für den Verlust der Liebe zur Wahrheit ist es, wenn überführende Botschaften Sie an die Sünde von jemand anderem denken lassen und nicht an ihre eigene.

Wann immer Sie eine prophetische Predigt hören, sitzen Sie dann selbstgefällig dabei und denken: „Wow, wie das stets Bruder So-und-so beschreibt. Dank sei Gott, er wird endlich erreicht. Herr, gieße zu davon!“?

Ich frage Sie, wie viel von diesem Predigtbrief – wenn überhaupt etwas – wenden Sie auf sich selbst an? Wie viel Aufstören und Überführung geht in Ihrem Herzen vor sich? Beten Sie: „Herr, wende Dein Wort hin auf mein Herz.“?

Ich dränge Sie, Davids Worte zu beherzigen: „In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige“ (Psalm 119,11).

3. Ein drittes Zeichen für Verlust der Liebe zur Wahrheit ist, wenn Tadel Sie eher verärgert als Sie demütig macht.

Gott sagt, dass ein Hass auf Tadel ein Verlassen des Weges der Heiligkeit offenbart: „Korrektur ist bekümmernd für den, der den Weg verlässt, und der, der Tadel hasst, wird sterben“ (Sprüche 15,10; a. d. englischen King James Version).

Vielleicht spazieren Sie aus einer tadelnden Predigt heraus und sagen: „Dieses Wort war doch zu hart. Und jener Prediger ist einfach zu zornig!“ Geliebte, jeder gottgefällige Hirte wird mit heiligem Zorn predigen. Das deshalb, weil er auf den Teufel zornig ist, zornig auf den Antichristen – zornig auf alles, was Ihre Seele von der wahren Anbetung des Vaters wegzieht!

„Damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit“ (2. Thessalonicher 2,12).

Paulus spricht hier von „Vergnügungswahn.“ Doch er meint damit nicht den Jet-Set, die wilde Menge, die Spieler, Prostituierten, Drogensüchtigen. Nein – die Letzte-Tage-Vergnügungssuchenden, auf die Bezug genommen wird, sind innerhalb der Kirche zu finden! Paulus warnt:

„Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden; denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend,

Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott“ (2. Timotheus 3,1-4).

„Lästerer im Haus Gottes?“, fragen Sie. „Unversöhnliche? Verleumder? Verräter? Gewiss nicht!“

O ja, absolut! Wenn Paulus den Satzteil „mehr das Vergnügen liebend als Gott“ gebraucht, deutet er an, dass diese Leute ein gewisses Maß von Liebe zu Gott haben. Aber diese Liebe ist bezwungen und verunreinigt durch eine Liebe für die Vergnügungen der Welt. Paulus spricht über jene, die nach den Vergnügungen der Ungerechtigkeit streben!

Geliebte, Sie können, wenn Sie wollen, fünf Dollar für einen Film hinlegen, und zwei Stunden der Gewalt, des Blutvergießens und der Blasphemie, in der Gottes Namen für Nichtiges verwendet wird, hindurch dasitzen. Aber seien Sie gewarnt: Sie werden dabei aus dem Kelch der Teufel trinken, Gemeinschaft mit Dämonen haben! Sehen Sie, wenn Sie für so eine Sache bezahlen, zeigen Sie damit Ihre Loyalität gegenüber dem antichristlichen Geist, der die Medien beherrscht. Gott nennt es ein Opfer an die Dämonen.

<Nein,> sondern dass das, was sie opfern, sie den Dämonen opfern und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft habt mit den Dämonen (1. Korinther 10,20).

Das Schlimmste von allem: Sie laden den antichristlichen Geist in Ihr Herz ein. Und wenn Sie weiter aus dem Kelch der Dämonen trinken – wenn Sie diesen schmutzigen antichristlichen Geist in Ihre Seele sickern lassen – dann wird es nicht lange dauern, bis Sie nichts mehr stört oder überführt.

Paulus sagt Gott Dank für ein heiliges Volk, das in gefährlichen Zeiten standhaft bleibt. Dieser heilige Überrest wird sich gegen den Geist des Antichristen erheben und ihm fest stehen. Sie werden niemals überwunden werden. Im Gegenteil – sie werden die Welt, das Fleisch und den Bösen überwinden!

„Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an erwählt hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus. Also nun, Brüder, steht fest und haltet die Überlieferungen, die ihr gelehrt worden seid, sei es durch Wort oder durch unseren Brief.

Er selbst aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und <uns> in <seiner> Gnade ewigen Trost und gute Hoffnung gegeben hat, tröste eure Herzen und stärke <sie> in jedem guten Werk und Wort!“ (2. Thessalonicher 2,13-17).

Dieser heilige Überrest liebt die Wahrheit. Sie haben keine Angst, getadelt zu werden. Also untersuchen sie sich selbst im Licht des Wortes Gottes, wobei sie es bis ganz ins Mark durchbohren lassen – und Gott ist in der Lage, ihren Sinn und ihren Geist zu heiligen.

Geliebte, wenn Sie Ihr Herz für die Wahrheit offen halten – wenn Sie fortfahren, Gottes Wort zu lieben –, wird der Herr Sie gründen. Und wenn der üble Geist dieser Welt wie eine Flut hereinkommt, wird der Satan unfähig sein, einen Einfall in Ihr Herz zu schaffen.

„Die auf den HERRN vertrauen, sind wie der Berg Zion, der nicht wankt, der ewig bleibt. Jerusalem — Berge sind rings um es her. So ist der HERR rings um sein Volk, von nun an bis in Ewigkeit. Denn das Zepter der Gottlosigkeit wird nicht mehr ruhen auf dem Erbe der Gerechten, damit nicht auch die Gerechten ihre Hände nach Unrecht ausstrecken“ (Psalm 125,1-3).

Der antichristliche Geist hat einen Stab, der Autorität zum Ausdruck bringt. Doch seine Kraft und Regentschaft wird nicht über Ihnen sein. Im Gegenteil – Sie werden ihn überwinden!

„Ich habe euch geschrieben ... weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt“ (1. Johannes 2,14).

„... und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube“ (1. Johannes 5,4).

Lassen Sie den Geist des Antichristen kommen. Sie werden ungerührt bleiben, weil Sie fest auf der Wahrheit des Wortes Gottes gegründet sein werden. Sie werden in Gottes Haus zu finden sein, aus reinem Herzen anbetend. Und Ihr Glaube wird alles überwinden, was der Feind ihnen entgegenhält – weil Jesus im Tempel Ihres Herzens inthronisiert ist.

Ich möchte Ihnen eine großartige Verteidigung gegen den antichristlichen Geist geben. Sie ist in Psalm 139 zu finden:

„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!“ (Psalm 139,23-24).

Halleluja!

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Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – unter Verwendung der Elberfelder Bibel 2006. Die angegebenen Versnummern können bei einigen Bibelausgaben abweichen.

June 26, 1995

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